Lieblinge

Dienstag, 27. Dezember 2011

[Books] Charlotte Roche - Feuchtgebiete

Klappentext
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt - ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen. "Feuchtgebiete" ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität - und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin.

Mein Fazit
Ich hatte das Buch in weniger als zwei Tagen komplett durch - was definitiv nicht nur an meiner alljährlichen Weihnachtsgrippe lag. Es ist unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit Helen über Tabu-Themen wie Hämorrhoiden, Selbstbefriedigung und selbstgebastelte Tampons spricht, und wie tief sie dem Leser Einblick in ihre eigene, kleine und hin und wieder verrückte Gedankenwelt gewährt. Allerdings gibt es auch eklige Stellen, wie z.B.

"Ich hatte mal eine Busenfreundin, Irene. Ich habe sie immer Sirene genannt. Passte besser. Und wir hatten uns vielleicht mal was Tolles ausgedacht: Wenn wir in der Schule mal gleichzeitig unsere Periode hatten - kam sehr selten vor, kann man sich ja denken - , dann haben wir Folgendes gemacht.
Jede auf ein Klo. Nur eine Trennwand dazwischen. Unter der Trennwand die übliche Zehn-Zentimeter-Lücke. Wir ziehen beide unseren Tampon raus - damals noch Mini mit helltürkiser Schnur -, und auf Kommando eins, zwei, drei wirft jede ihren Tampon unter der Trennwand durch zur anderen rüber.
Und als wir fertig waren mit Pinkeln und Abtupfen, hatte jede den Tampon der anderen reingestopft. So waren wir durch unser altes, stinkendes Blut verbunden wie Old Shatterhand mit Winnetou. Blutsschwesternschaft."
Ich gebe dem Buch 5/5 Punkte. =)

Kommentare:

  1. Ohje. Ich habe von dem Buch immer eher Schlechtes gehört und dass es ja sooo widerlich ist. Und das habe ich auch voll und ganz geglaubt. Aber eine Stelle daraus habe ich noch nie gelesen. Die, die du da veröffentlicht hast, ist schon wirklich ekelhaft. :D
    Für mich wäre es nichts, aber es ist interessant, dass es auch positive Bewertungen gibt. :)

    Liebe Grüße

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  2. Uh nee, ich mochte das gar nicht. Hab es zwar mit morbider Faszination zu Ende gelesen, aber ich will mich beim Lesen nicht ekeln :)

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  3. Hahaha. :D
    Der Zitat ist göttlich. So etwas absurdes. :'D
    Ich lach mich krumm. :'D

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